Kommentar – Werbung mitten im Twitch-Stream? So geht das nicht! – Streaming

Auf Twitch gibt es Splitscreen-Werbung. Viele Streamer regen sich auf – und Twitch könnte so zum Verlierer werden. Ein Kommentar von Hauke van Göns.

Mitten im Teamfight wird der Bildschirm plötzlich klein und es läuft eine Werbung.

Viele kennen den Splitscreen noch aus TV-Sendungen wie der Formel 1, doch auf Twitch ist das Feature inzwischen ebenfalls angekommen. Im September kündigte der Streamingdienst den Test des neuen Features an.

Das Feedback war verheerend. Wirklich gut findet es keiner. Auch aktuell wird auf Twitter noch viel gemeckert. Und betroffene Streamer prangern an, dass Zuschauer wegen der neuen Werbeform abschalten.

Tatsächlich war klar, dass Twitch irgendwann neue Werbeformen ausprobieren wird. Als Turbo- oder Abo-Kunde fällt die Werbung weg.

Neu ist vor allem, dass Streamer nicht kontrollieren können, wann die Midroll-Werbung kommt – sodass die Zuschauer auch das ein oder andere Highlight verpassen können.

Das ist nun wirklich nicht optimal. Werbung sollte natürlich nicht generell verteufelt werden. Sie nutzt ja den Creatorn – wenngleich nur wenige Prozent der Einnahmen wirklich auf den Midrolls beruhen, wie zum Beispiel der Streamer FrostPrime erklärte. Bei ihm waren es 0,2 Prozent nach eigener Aussage.

Dafür verschreckt das Feature zu viele User. Und die Konkurrenz von Facebook Gaming und YouTube schläft dabei nicht, wenn im Stream auf Twitch aus dem Nichts eine Werbung kommt, die niemand beeinflussen kann.

Außerdem ist gerade der Zufallsfaktor beim Aufploppen der Midroll-Werbung gefährlich. Denn im Laufe eines Streams passieren viele lustige und unterhaltende Momente oft “einfach nebenher”, ohne dass es ein großes Gameplay-Highlight dafür braucht. Lockere Sprüche oder so manche Situationskomik geht verloren, wenn einfach der Ton weg ist und man nur noch eine deplatzierte Reklame wahrnimmt.

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In der aktuellen Form darf die automatisierte Midroll keine Zukunft im Twitch-Universum haben. Sie verschreckt User, Streamer und am Ende auch das, was einen Stream ausmacht. Streaming ist nicht Fernsehen, wo Sendezeiten und Werbefenster ein Format diktieren.

Vielleicht ist ein Zeitfenster, dass der Streamer für automatisierte Werbung freigibt, eine mögliche Option. Oder besser eingebundene Overlay-Werbungen, die einen nicht vollkommen aus dem Stream reißen.

Wichtig ist nur, dass das Feedback erhört wird – und weiterhin Streams so genossen werden können, wie sie gewünscht sind.

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