PR-Desaster – Activision Blizzard verlässt WoW-Schmiede Vivendi in Paris

Activision Blizzard verlässt Frankreich und gibt damit ein Stück seiner Identität auf. Schon seit geraumer Zeit gibt die US-amerikanische Firma mit fragwürdigen Entscheidungen kein gutes Bild in der Öffentlichkeit ab.

Der Videospiel-Publisher Activision Blizzard Inc. hat seine Mitarbeiter in Frankreich über die Schließung der Außenstelle nahe Paris informiert. Das hat Bloomberg News in der vergangenen Woche berichtet. Doch der Standort ist nicht irgendeiner, denn dort nahm die Erfolgsgeschichte von World of Warcraft (WoW) ihren Anfang.

Betroffen von der Schließung seien etwa 400 Mitarbeiter, die sich um die Spieletitel von Activision Blizzard in Europa gekümmert haben. Dazu gehören Marketing, Kundenbetreuung und die Übersetzung von Spielen in verschiedene Sprachen. Die US-Firma besitzt in Europa mehrere Firmenbüros und Studios.

Schon zu Beginn des Jahres hatte Activision Blizzard Inc. eine Außenstelle in Den Haag in den Niederlanden geschlossen, wie das Unternehmen gegenüber Bloomberg News bestätigte.

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Herausragende Rolle von Vivendi

Frankreich hat in der Geschichte von Blizzard eine herausragende Rolle eingenommen. Denn unter dem französischen Entwickler Vivendi hat Blizzard eine Reihe seiner Bestseller veröffentlicht. Dazu gehören StarCraft, Diablo II und das genannte Online-Rollenspiel World of Warcraft, das Milliarden von US-Dollar in die Kassen von Blizzard spülte.

Die Spieleabteilung von Vivendi fusionierte 2008 mit Activision zu Activision Blizzard. Vivendi verkaufte 2013 schließlich seine Anteile. Daraufhin begannen 2018 für den franzöischen Standort zunehmend Turbulenzen. Schon im vergangenen Jahr wurde den Mitarbeitern mitgeteilt, dass die 134 von 400 Stellen gestrichen werden sollen. Nun folgt das komplette Aus.

Activision Blizzard gibt mit der Schließung einmal mehr kein gutes Bild in der Öffentlichkeit ab. Schon im Oktober des vergangen Jahres wurde Blizzard heftig kritisiert, weil es Chung “Blitzchung” Ng Wai aus Hong Kong wegen einer politischen Äußerung während der Grandmasters-Liga in Hearthstone sperrte. Später ruderte das Unternehmen halbherzig zurück und verringerte die Strafe.

Im Juli dieses Jahres erzürnte Blizzard seine Community mit der Ankündigung, dass in Blizzard-Foren zukünftig nur noch Beiträge mir Klarnamen veröffentlicht werden dürften. Viele Nutzer drohten daraufhin, “World of Warcraft” endgültig den Rücken zu kehren, wenn sie im Forum mit ihrer realen Identität kommentieren müssten.

Unternehmen mit Schlingerkurs

Blizzard nahm dieses Vorhaben dann wenige Tage später zurück. Der Kurs von Activision Blizzard dürfte mit “schlingernd” wohl als treffend umschrieben sein. So war auch geplant, dass ein Teil der Mitarbeiter des geschlossenen französischen Standorts in London weiterbeschäftigt werden sollten.

Der Brexit und die COVID-19-Pandemie haben diese Pläne zerschlagen und zur kompletten Entlassung der 400 Mitarbeiter geführt. Dem erfolgreichen Entwickler und Publisher Activision Blizzard steht mit dem Standort-Aus der einstigen legendären WoW-Schmiede Vivendi damit das nächste PR-Desaster ins Haus.

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Foto: Activision Blizzard


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